Gedanken zur Losung
508 subscribers
3.12K links
Bekomme täglich die Herrnhuter Losung und die Gedanken zur Losung des CZA's.
Sie kommen täglich um 7 Uhr.


Mehr auf: cza.de
© Herrnhuter Brüdergemeine
herrnhuter.de
Spenden:
losungen.de/spenden
Download Telegram
Sonntag, der 16.03.2025:
Ich sprach, als es mir gut ging: Ich werde nimmermehr wanken. Aber als du dein Antlitz verbargest, erschrak ich.
📖 Psalm 30,7.8
„Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.“
🖋 Johannes 16,22

💭 Verwandelte Klage

Psalm 30, aus dem das heutige Losungswort stammt, verfasste David zur Einweihung des Tempels. Er berichtet, dass er recht unbekümmert und selbstsicher in die Zukunft gesehen hatte. Anscheinend hatte er aber vergessen, dass die guten Umstände, in denen er sich befand, ihren Ursprung in Gottes Zuwendung hatten. Umso größer war Davids Schrecken, als Gott sich von ihm abwandte. Plötzlich war ihm wieder bewusst, wer die Quelle aller Freude und Sicherheit war: Gott. In Davids Beziehung zu Gott gab es sowohl Höhen als auch Tiefen. Darum lobte er Gott, als er schließlich den Tempel einweihen durfte, mit diesen Worten: „Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen, du hast mir den Sack der Trauer ausgezogen und mich mit Freude gegürtet.“(1)

Von solch einer verwandelten Klage spricht auch Jesus Christus im Lehrtext, als er versuchte, seine Jünger auf sein Leiden vorzubereiten. Obwohl sie noch nicht verstanden, was er ihnen damit sagen wollte, stärkte es sie in ihrem Glauben, sodass sie zu ihm sagten: „Wir haben nun erkannt, dass du alles weißt, noch ehe wir dich fragen. Darum glauben wir dir, dass du von Gott gekommen bist.“(2)

Wie ist das bei uns – ganz besonders dann, wenn wir durch etwas Schweres hindurch müssen und Fragen an Gott haben? Jesus Christus versprach den Jüngern eine Freude, die ihnen niemand mehr nehmen kann. Sie bezieht sich jedoch nicht auf das Irdische, dennoch hat sie einen großen Einfluss auf unser Leben hier und jetzt. Genau das beschrieb David unmittelbar vor dem Losungswort, als er sagte: „Nur einen Augenblick streift uns sein Zorn, aber ein Leben lang währt seine Güte. Wenn wir am Abend noch weinen und traurig sind, so können wir am Morgen doch vor Freude wieder jubeln.“(3)

Das macht mir Mut: Ich darf traurig sein und weinen – und mich doch wieder in Gott freuen. Denn er ist bei mir.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Angela Mumssen

(1) Ps. 30,12 [Luther 2017] (2) Joh. 16,30 [Hoffnung für alle] (3) Ps. 30,6 [Hoffnung für alle]

Gebet:

Herr Jesus Christus, danke, dass du in mein Leben gekommen bist. Du allein schenkst eine Freude selbst im Leid. So bitte ich dich für diejenigen, die zurzeit traurig sind und leiden: Schenke ihnen diese Freude, die ihnen niemand mehr nehmen kann. Verwandle ihre Klage und offenbare ihnen deine Güte immer wieder neu. Gelobt sei dein Name, Amen.
Montag, der 17.03.2025:
Wo ist solch ein Gott, wie du bist, der die Sünde vergibt und erlässt die Schuld denen, die geblieben sind als Rest seines Erbteils; der an seinem Zorn nicht ewig festhält, denn er hat Gefallen an Gnade!
📖 Micha 7,18
Gott gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf.
🖋 Lukas 1,54

💭 Gott hat Gefallen an Gnade

Im heutigen Losungsvers aus dem Ende des Buches Micha wird Gottes Gnade und Barmherzigkeit beschrieben. Am Anfang seines Buches kündigte Micha dem Volk Israel Gottes Gericht an. Er sah keine Möglichkeit, dem zu entrinnen. Doch im Losungsvers wird verheißen, dass Gott sich am Ende derer, die übrig geblieben sind, wieder erbarmen wird.

Auch im Lehrtext geht es um das Erbarmen Gottes gegenüber seinem Volk Israel. Maria, die Mutter Jesu, hatte erkannt, dass das Kind, mit dem sie schwanger war, einmal ihr Volk retten wird. Damals lebten die Israeliten unter der Fremdherrschaft der Römer. Am Ende ging es jedoch nicht um die Befreiung von den Römern, sondern um die Erlösung von unseren Sünden. Diese sind die wahre Ursache für viel menschliches Leid.

Im Grunde sehe ich bis heute unser wirkliches Problem in der Gottesferne, in der viele Menschen leben. Damals sagten Leute zu Micha: „Ist nicht der HERR unter uns? Es kann kein Unglück über uns kommen.“(1) Ihnen war nicht klar, wie fern sie in Wirklichkeit von Gott waren, weil sie falschen Propheten glaubten und damit ihr Handeln rechtfertigten. So klagte Micha an, dass sie wehrlosen Menschen deren Besitz raubten.(2) Doch letztendlich sah er sich selbst auch als jemanden, der ohne Vergebung nicht bestehen kann.(3) Wenn Gott nicht Gefallen an Gnade hätte, wo wären wir dann? Welche Hoffnung würde uns dann noch tragen?

Nun könnte man denken: Wenn jemand seine Sünde nicht erkennt, kann er auch keine Gnade bei Gott finden. Doch bei Gott ist es ganz anders – das begeistert mich. Es ist seine Gnade, die uns im Licht Christi erkennen lässt, dass wir persönlich Vergebung und Erlösung brauchen. Und dieselbe Gnade schenkt uns eine innere Glaubensgewissheit, dass Jesus Christus alles für uns bezahlt hat. Ja, „wo ist solch ein Gott, wie du bist“?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Mich. 3,11 [Luther 2017] (2) Mich. 2,2 (3) Mich. 7,9

Als Gebet heute das Lied: „Wo ist solch ein Gott, so wie du“

Wo ist solch ein Gott so wie du,
der die Sünde vergibt und erlässt die Schuld seines Volkes,
der an seinem Zorn nicht ewig festhält,
denn er ist barmherzig.
Wo ist solch ein Gott, so wie du?

Jahwe wird sich unser wieder erbarmen,
unsere Schuld unter seine Füße treten
und alle unsere Sünden
in die Tiefen des Meeres werfen.
Wo ist solch ein Gott, so wie du?

Denn Jahwe ist barmherzig
und er ist von großer Kraft,
vor dem jeder Mensch schuldig ist.
Wo ist solch ein Gott?
Dienstag, der 18.03.2025:
HERR, du bist meine Stärke und Kraft und meine Zuflucht in der Not!
📖 Jeremia 16,19
Ich weiß, an wen ich glaube, und bin gewiss, dass er bewahren kann, was mir anvertraut ist, bis an jenen Tag.
🖋 2. Timotheus 1,12

💭 „Ich weiß, an wen ich glaube“

Woher kommt diese Glaubensgewissheit, die der Apostel Paulus im heutigen Lehrtext zum Ausdruck bringt? Ich denke, sie ist ein Geschenk Gottes, der uns durch seinen Heiligen Geist mit einer inneren, ja kindlichen Gewissheit erfüllt, dass er uns nicht fallen lässt. Doch auch unsere Erfahrungen mit Gottes Güte schenken uns Sicherheit für die Zukunft. Der Prophet Jeremia hatte diese Gewissheit, als er im Losungswort schrieb: „HERR, du bist meine Stärke und Kraft und meine Zuflucht in der Not!“ Zuvor hatte er ein schreckliches Gericht Gottes angekündigt, in dem es keine Gnade und Barmherzigkeit geben würde.(1) Sein Volk sollte weggeführt werden, weil sie anderen Göttern gedient und Gottes Gebote missachtet hatten.(2)

Nun war Jeremia selbst ein Teil seines Volkes. Er stand nicht außerhalb, sondern musste alles mit ansehen und auch mit erleiden. Doch in seinem Inneren gab es bildlich gesehen eine Insel der Hoffnung und des Glaubens. Darauf flüchtete er sich und hielt daran fest: „HERR, du bist meine Stärke und Kraft und meine Zuflucht in der Not!“ Jeremia wusste, an wen er glaubte. Paulus wusste, an wen er glaubte. Wissen wir es auch?

Unser Glaube ist nicht davon abhängig, was andere Menschen glauben. Glaube ist ein Geschenk Gottes, und wir tun meines Erachtens gut daran, dieses Geschenk zu pflegen. So schrieb Paulus im Brief an die Epheser: „Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es.“(3) Viele Fragen können wir nicht beantworten. Zum Beispiel: „Warum glauben die einen und andere nicht?“ Was wir aber können, ist, die Gabe des Glaubens in unserem Leben zu gebrauchen. Paulus wusste nicht nur, an wen er glaubt, sondern auch, dass Gott das bewahren kann, was ihm anvertraut wurde. Was aber war das? Es war das Evangelium Jesu Christi zu unser aller Rettung. Was ist es nun, was Gott uns anvertraut hat?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Jer. 16,5 (2) Jer. 16,11-13 (3) Eph. 2,8 [Luther 2017]

Gebet:
Vater im Himmel, ich danke dir für die Gnade, an Jesus Christus glauben zu können. Bewahre bitte diesen Glauben und hilf mir, mein Leben darauf auszurichten. Ich bin überzeugt, dass du jedem von uns etwas von dir anvertraust. Bitte zeige uns, was es ist, bewahre es und hilf uns, es zum Segen für andere einzusetzen. Das bitte ich in Jesu Christi Namen, Amen.
Mittwoch, der 19.03.2025:
Hiob antwortete dem HERRN: Siehe, ich bin zu gering, was soll ich antworten? Ich will meine Hand auf meinen Mund legen.
📖 Hiob 40,3-4
„Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.“
🖋 1. Korinther 13,12

💭 Hand auf den Mund

Hand aufs Herz: Wer hat nicht schon einmal erlebt, dass man etwas gesagt hatte, was man im Nachhinein korrigieren oder sogar zurücknehmen musste? Das heutige Losungswort aus dem Munde Hiobs bringt genau das zum Ausdruck, denn er fährt folgendermaßen fort: „Ich habe mehr geredet, als ich sollte, noch einmal tu ich es bestimmt nicht mehr!“(1)

Nun war Hiobs Gegenüber nicht irgendjemand – es war der allmächtige Gott persönlich. Da kann man durchaus verstehen, dass Hiob sich als „zu gering“ ansah. In seiner Not hatte er seine Fragen zu Gott gebracht, bekam aber eine Antwort, mit der er nicht gerechnet hatte. Salopp gesagt ließ ihn Gott wissen: „Du spielst nicht in meiner Liga!“ Diese Erkenntnis ließ Hiob seine Hand auf den Mund legen. Doch nicht, um nicht mehr mit Gott zu reden, sondern um sich neu und bewusst vor dem Herrscher über alles zu beugen.

Im Lehrtext ist es der Apostel Paulus, der ganz bescheiden von sich sagt: „Jetzt erkenne ich stückweise“. Dabei hatte er einen Hintergrund, mit dem er hätte auftrumpfen können: Er gehörte zum Volk Israel und hatte vorbildlich nach dem Gesetz gelebt. Doch all diese vermeintlichen Vorzüge hatten ihn dazu geführt, die entstehende Gemeinde Christi auf das Schärfste zu verfolgen.(2) Nachdem Christus ihm begegnet war, sah er das, was er vorher für einen Vorzug gehalten hatte, völlig anders: Er betrachtete es als Dreck.

Paulus hatte hautnah erlebt, dass eine Erkenntnis in die Irre, ja sogar zu fatalen Fehlern führen kann, wenn man ihr blind folgt. Wenn die Verbindung zu dem lebendigen Gott fehlt, hält man manche Erkenntnis für vollständig, die es noch gar nicht ist. Das gilt übrigens auch für Menschen, die mit ihrem Glauben argumentieren. Ich denke, etwas mehr Bescheidenheit und das Bewusstsein, dass auch unsere Erkenntnis „stückweise“ ist, wird uns helfen, manchmal die „Hand auf den Mund“ zu legen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Hiob. 40,5 [Hoffnung für alle] (2) Phil. 3,4-6

Als Gebet heute einige Verse aus Psalm 19:

Wer aber kann erkennen, ob er nicht doch vom rechten Weg abkommt? Vergib mir die Sünden, die ich selbst nicht bemerkt habe! Bewahre mich vor gewissenlosen Menschen und lass nicht zu, dass sie Macht über mich gewinnen; dann werde ich dir nie mehr die Treue brechen und frei sein von schwerer Schuld. Herr, lass dir meine Worte und meine Gedanken gefallen! Bei dir bin ich geborgen, du bist mein Retter!Amen.
Ps. 19,13-15 [Hoffnung für alle]
Donnerstag, der 20.03.2025:
Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft.
📖 Psalm 138,3
„Wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.“
🖋 Lukas 11,10

💭 Glaube und Geduld

Im heutigen Losungswort dankt David Gott voller Vertrauen, dass dieser ihn erhört, wenn er ihn anruft. Lässt man diese Worte auf sich wirken, hört man nicht selten Zweifel: „Ist das wirklich immer so, dass Gott unsere Gebete erhört? Hatte nicht David selbst daran gezweifelt?“ Tatsächlich lesen wir in einem anderen Psalm Davids: „Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.“(1) Doch selbst in diesem Psalm, der sich prophetisch auf die Kreuzigung Jesu Christi bezieht, heißt es später: „Du hast mich erhört!“(2) Manchmal urteilen wir zu schnell. Was heute noch als Problem erscheint, kann sich morgen schon gelöst haben.

Mitunter neigt man dazu, den momentanen Zustand zu verewigen. Dann heißt es nicht: „Bis heute hat Gott auf meinen Ruf noch nicht geantwortet“, sondern: „Gott antwortet nicht, wenn ich ihn um etwas bitte.“ Ein wesentliches Element unseres Glaubens ist aber, dass wir Gott beim Wort nehmen. Wenn sich dieses noch nicht erfüllt hat, warten wir eben darauf, dass es sich erfüllt. Genauso können wir das, was Jesus im Lehrtext sagt, beim Wort nehmen. Zunächst forderte er seine Zuhörer auf, zu bitten, zu suchen und anzuklopfen. Doch dann machte er klar: Bei Gott gibt es kein „Vielleicht“. Wer bittet, wird wirklich empfangen; wer sucht, wird wirklich finden; und wer anklopft, dem wird wirklich aufgetan.

Persönlich muss ich sagen: Ich habe mit der Zeit gelernt, zu warten, anstatt mich mit Zweifeln zu belasten. Sollte Jesus Christus uns belügen, oder sind seine Zusagen nur gut gemeinte Wünsche? Das kann ich nicht glauben. So möchte ich uns Mut machen, im Glauben an dem festzuhalten, was er uns zugesagt hat. Deshalb heißt es: Werdet also nicht gleichgültig, sondern nehmt euch die zum Vorbild, die unbeirrt und voll Vertrauen auf das ihnen zugesagte Erbe warteten und die es daher auch in Empfang nehmen werden.(3)

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Ps. 22,3 [Luther 2017] (2) Ps. 22,22 [Luther 2017] (3) Hebr. 6,12 [Neue Genfer Übersetzung]

Gebet:
Herr Jesus Christus, ich danke dir, dass du unsere Gebete erhörst. Du weißt, dass wir manchmal von Zweifeln befallen werden und unsere Hoffnung verlieren. Ich will aber darauf vertrauen, dass du alles wahr machen wirst, was du uns zugesagt hast. Hilf mir bitte, den Glauben zu bewahren. Amen.
Freitag, der 21.03.2025:
Den Demütigen wird der HERR Gnade geben.
📖 Sprüche 3,34
Es entstand auch ein Streit unter den Jüngern, wer von ihnen als der Größte gelten könne. Jesus aber sagte zu ihnen: Die Könige herrschen über ihre Völker, und die Macht über sie haben, lassen sich als Wohltäter feiern. Unter euch aber soll es nicht so sein, sondern der Größte unter euch werde wie der Jüngste, und wer herrscht, werde wie einer, der dient.
🖋 Lukas 22,24-26

💭 Ein demütiges Wesen

Im heutigen Losungswort geht es um Demut – oder besser gesagt um den Lohn der Demut. Demut ist also nicht nur eine gute Charaktereigenschaft, sondern bewirkt auch, dass Gott darauf mit Gnade reagiert. Diese Gnade ist sehr wichtig. Sie kompensiert die Nachteile, die ein aufrichtig demütiger Mensch oft in Kauf nimmt.

Nun konkretisiert Jesus Christus im Lehrtext, wie Demut praktisch aussehen kann und soll. Als die Jünger sich stritten, „wer von ihnen als der Größte gelten könne“, machte Jesus etwas Grundsätzliches klar. So sagte er: „Die Könige herrschen über ihre Völker, und die Macht über sie haben, lassen sich als Wohltäter feiern.“ Dieser Satz hat es in sich. Jesus beschreibt hier eine Form von Hochmut, die sich moralisch rechtfertigt: Sie „lassen sich als Wohltäter feiern.“ Genauso soll es also nicht sein. Doch wie soll es denn unter uns Christen sein?

Jesus sagt nicht, dass herrschen oder leiten grundsätzlich negativ ist, solange es aufrichtig als Dienst verstanden wird. Auch wenn jemand der Größte sein will, also salopp gesagt „den Hut aufhaben“ möchte, ist das nicht von vornherein schlecht. Er bzw. sie soll aber nicht darauf aus sein, andere zu dominieren, sondern soll diese höher wertschätzen als sich selbst. Christliche Leiter leiten also in einer Gesinnung der Demut, die nicht nur äußerlich so erscheint.

Was Jesus hier sagte, beschreibt auch sein eigenes Handeln. Als er seinen Jüngern die Füße wusch, gab er ihnen ein Beispiel, wie sie sich untereinander verhalten sollen.(1) Nun liegt es an uns, Jesu Worte mit seiner Hilfe umzusetzen. Gott schenke uns diese Gnade, besonders da, wo uns andere Menschen anvertraut sind.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Joh. 13,3-17

Gebet:
Herr Jesus Christus, du hast vielen Menschen Verantwortung über andere gegeben. Dazu gehören Verantwortung über Kinder, Mitarbeiter, eine Gemeinde, Leute aus der Stadt oder sogar über ein ganzes Volk. Bitte vergib uns, wenn wir andere von oben herab behandelt haben. Vergib uns auch, wenn wir heimlich nach Macht und Ansehen gestrebt haben. Schenke uns deine Demut, mit der du uns bis heute dienst, obwohl du der Herr über alles bist. Das bitte ich in deinem Namen, Jesus, Amen.
Samstag, der 22.03.2025:
Es kommt die Zeit, da werde ich meinen Geist ausgießen über alle Menschen.
📖 Joel 3,1
Jesus ist nun zur Rechten Gottes erhöht und hat vom Vater die verheißene Gabe, den heiligen Geist, empfangen, den er jetzt ausgegossen hat, wie ihr seht und hört.
🖋 Apostelgeschichte 2,33

💭 Die verheißene Gabe

In den heutigen Bibelversen geht es um das Versprechen Gottes, seinen Geist in einem noch nie da gewesenen Maß auszugießen. Für Israeliten zur Zeit Joels musste die Verheißung, Gott wolle seinen Geist „über alle Menschen“ ausgießen, schwer zu begreifen gewesen sein. Schon alleine, dass sie – immerhin das auserwählte Volk – vom Geringsten bis zum Höchsten gleichzeitig mit Gottes Geist erfüllt würden, war etwas kaum Vorstellbares. Aber „alle Menschen“ – also auch Heiden?

So ist es nicht verwunderlich, dass viele erst einmal nicht begriffen, was am Pfingsttag in Jerusalem geschah, als Gott seinen Geist auf die versammelten Jünger Jesu ausgoss. Im Lehrtext erklärte der Apostel Petrus den Umstehenden, die meinten, sie hätten es mit Betrunkenen zu tun, was es mit diesen Ereignissen auf sich hatte. Dabei bezog er sich direkt auf den Propheten Joel und sagte sinngemäß: „Diese Prophezeiung erfüllt sich gerade vor euren Augen!“(1) Hat nun das, was damals geschah, auch für uns heute eine Bedeutung? Ich denke, ja.

Bis heute hat Gott nicht aufgehört, Männer, Frauen und Kinder mit dem Heiligen Geist zu erfüllen. Waren es im Alten Bund nur wenige, die das erleben durften, so gilt für uns heute: „Gott hat uns mit dem Heiligen Geist, den er uns geschenkt hat, auch seine Liebe ins Herz ausgegossen.“(2) Ebenso heißt es: „Alle, die sich vom Geist Gottes führen lassen, sind Kinder Gottes.“(3) Die Erfüllung mit der verheißenen Gabe, von der Petrus sprach, fand erstmalig an jenem Pfingsttag statt – und sie findet immer noch dort statt, wo wir unsere Herzen für Jesus Christus öffnen. Wir brauchen den Heiligen Geist, um Jesus als den Christus zu erkennen. Wir brauchen seine Kraft, um ein Leben zu führen, das Gott gefällt. Wir brauchen ihn, um Gott in Wahrheit und im Geist anzubeten.(4) Wie gut, dass Gott ihn uns nicht vorenthält!

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Apg. 2,1-16 (2) Röm. 5,5 [Neue Evangelistische Übersetzung] (3) Röm. 8,14 [Basis Bibel] (4) Joh. 4,23

Als Gebet heute die erste Strophe des Liedes „O komm, du Geist der Wahrheit“:

O komm, du Geist der Wahrheit
und kehre bei uns ein,
verbreite Licht und Klarheit,
verbanne Trug und Schein.
Gieß aus dein heilig Feuer,
rühr Herz und Lippen an,
dass jeglicher getreuer
den Herrn bekennen kann.
Text: Philipp Spitta (1801-1859)
Sonntag, der 23.03.2025:
Ich will des Morgens rühmen deine Güte; denn du bist mir Schutz und Zuflucht in meiner Not.
📖 Psalm 59,17
Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Klein und Groß.
🖋 Apostelgeschichte 26,22

💭 Gottvertrauen

Psalm 59, aus dem das heutige Losungswort stammt, beginnt mit der Bitte Davids, Gott möge ihn vor seinen Feinden erretten. Anstatt aber seiner Angst Raum zu geben, wollte er den Tag damit beginnen, Gott zu rühmen. Allen Ängsten und Befürchtungen zum Trotz wollte er bekennen, dass Gott sein Schutz und seine Zuflucht in der Not ist. Versuchte David, sich damit selbst zu manipulieren?

Seit 1952 gibt es eine Lehre, die den Anspruch hat, dass man mit ihr Alltagsprobleme besser bewältigen kann. Sie nennt sich: „Positive Thinking“ – „positives Denken“.(1) Man betrachtet Herausforderungen optimistisch, prognostiziert ein gutes Ende und versucht, niederdrückende Gedanken zu vermeiden. Die Theorie ist, dass man am Ende das bekommt, was man zuvor gedacht oder gesagt hat. In abgewandelter Form existiert solch ein Denken auch unter einigen Christen. War David also ein positiver Denker?

Das glaube ich nicht, sondern eher, dass David auf Gottes Allmacht und Güte vertraute. Er musste also nicht künstlich eine positive Zukunft beschwören. Gott würde ihn auch bewahren, wenn er vor Angst vergeht. Jemand sagte einmal: „In Gedanken sterben wir tausend Tode, in Wahrheit aber nur einen.“ Wenn wir unseren Ängsten und Befürchtungen zu viel Raum geben, bedeutet das nicht, dass diese auch eintreffen. Sie fangen aber an, unser Vertrauen zu Gott zu erschüttern. Bekennen wir dagegen Gottes Güte und Schutz, stärkt das unser Vertrauen.

Auch der Apostel Paulus war in seinem Dienst oft mit Ängsten konfrontiert. Doch im Rückblick sah er, wie Gott ihn durch alles hindurchgebracht hatte – so lesen wir es im Lehrtext. Für mich bedeutet das: Gott wird auch uns durchbringen. Unser Schicksal liegt in seinen Händen – und er meint es gut mit uns. In dieser Zuversicht können wir trotz unserer Ängste seine Güte rühmen und darauf vertrauen, dass er ein Helfer in der Not ist.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) http://en.wikipedia.org/wiki/The_Power_of_Positive_Thinking

Als Gebet heute ein Ausschnitt aus dem Lied „Meine Zeit steht in deinen Händen“:

Meine Zeit steht in deinen Händen.
Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.
Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden.
Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.

Sorgen quälen und werden mir zu groß.
Mutlos frag ich: Was wird Morgen sein?
Doch du liebst mich, du lässt mich nicht los.
Vater, du wirst bei mir sein.

Meine Zeit steht in deinen Händen.
Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.
Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden.
Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.
Text & Melodie: Peter Strauch
Montag, der 24.03.2025:
Es ist der HERR; er tue, was ihm wohlgefällt.
📖 1. Samuel 3,18
Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl! Niemand aber unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten: Es ist der Herr.
🖋 Johannes 21,12

💭 Ehrfurcht vor Gott

Der Hintergrund zum heutigen Losungswort ist ungewöhnlich. Als der Prophet Samuel noch ein Kind war, wurde er vom Propheten Eli unterrichtet. Allerdings hatte Eli ein Problem: Seine Söhne, die auch Priester waren, missbrauchten ihr Amt. Doch Eli ließ sie gewähren. Damit versündigte er sich gegen Gott. Nun hatte Samuel eines Nachts eine Erscheinung, in der Gott ihm mitteilte, dass er Eli und dessen Haus aufgrund seiner Sünde richten werde. Als Samuel auf Elis Drängen hin erzählte, was Gott zu ihm gesagt hatte, antwortete Eli: „Es ist der HERR; er tue, was ihm wohlgefällt.

Eli akzeptierte also diese Gerichtsankündigung. Er versuchte nicht, sie zu verhindern, änderte aber auch nicht sein Verhalten. Ihm war bewusst, dass diese Worte von Gott dem Herrn kamen und nicht eine Idee Samuels waren. Zudem hatte ihm bereits zuvor ein anderer Prophet etwas Ähnliches mitgeteilt.(1) Was mich wundert, ist, dass Eli nicht versuchte, mit Gott zu reden und ihn um Vergebung zu bitten. Er reagierte auf Gott wie auf ein unveränderbares Schicksal, das ihn so oder so ereilen würde.

Von der Ehrfurcht, die Eli vor Gott hatte, können wir, wie ich meine, durchaus etwas lernen. Ehrfurcht vor Gott schließt ebenfalls Ehrfurcht vor seinem Wort mit ein. Aber gerade Gottes Wort fordert uns eigentlich auch heraus, darauf zu reagieren und es nicht nur passiv zu akzeptieren.

Im Lehrtext ist es die Ehrfurcht vor dem auferstandenen Jesus Christus, die für die Jünger eine Rolle spielte. So wagten sie nicht, ihn zu fragen, wer er ist. Offensichtlich erkannten sie ihn nicht an seiner äußeren Erscheinung, sondern nur an seinem Auftreten und seiner Handlung. Die Ehrfurcht der Jünger führte aber nicht zu einer passiven Unterwürfigkeit. Sie aßen zusammen und sprachen miteinander. So entnehme ich den heutigen Bibelversen diese Botschaft: Ehrfurcht vor Gott will uns in ein Gespräch mit ihm führen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 1.Sam. 2,27-36

Gebet:
Vater im Himmel, du bist der allmächtige Gott. Alles muss sich vor dir beugen – und doch darf ich dich Vater nennen. Du willst nicht nur zu mir, sondern auch mit mir reden. Manchmal kann ich deine Güte kaum fassen, doch ich danke dir dafür. Danke, Vater, Amen.
Dienstag, der 25.03.2025:
Noah war ein frommer Mann und ohne Tadel zu seinen Zeiten; er wandelte mit Gott.
📖 1. Mose 6,9
Wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel.
🖋 1. Petrus 1,15

💭 Auf Gott ausgerichtet

Im heutigen Losungswort geht es um Noah. In einer Zeit, als Gott die Menschheit aufgrund ihrer Bosheit vernichten wollte, war Noah der Einzige, der vor Gott bestehen konnte. Die ihn kannten, wussten um sein vorbildliches Leben, was jedoch keinen Einfluss auf sie hatte. Über sie heißt es: „Die übrige Menschheit aber war vollkommen verdorben. Keiner wollte von Gott etwas wissen, niemand beachtete das Recht und die Gesetze. Es gab nur ein Gesetz: Grausamkeit.“(1)

Noah und seine Familie lebten also nach Standards, die für andere belanglos waren. Entscheidend für Noahs Geschichte war, dass er an seiner Ausrichtung an Gott festhielt. Er „wandelte mit Gott“, heißt es im Losungswort, was bedeutet, dass er sein Leben in enger Gemeinschaft mit Gott führte. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, was Noah entgegen all dem, was um ihn herum passierte, befähigte, um an dem festzuhalten, was er vor Gott als richtig empfand.

Im Lehrtext lesen wir ebenfalls von einer Ausrichtung: Wir sollen unser Leben so führen, wie Gott ist, nämlich „heilig“. Doch ist es überhaupt möglich, diese Aufforderung des Apostels Petrus umzusetzen? Mit Sicherheit nicht aus eigener Kraft. Deshalb kommt vor allen Handlungen und Bestrebungen die Ausrichtung auf Gott. Heilig zu sein, bedeutet weder, möglichst viele gute Taten zu tun, noch sich darum abzumühen, Sünde zu vermeiden. Viel wichtiger ist es, mit dem in Gemeinschaft zu leben, der heilig ist: Gott. In seiner Gegenwart wird erkennbar, was gut und richtig, aber auch, was böse oder falsch ist. Es war Noahs Nähe zu Gott, die ihm half, in einer wirklich bösen Zeit das Richtige zu tun.

So wird es auch unsere Nähe zu dem heiligen Gott sein, die uns Wegweisung in unserer Zeit gibt. Solange wir auf ihn ausgerichtet bleiben, können wir in allen Umständen und Herausforderungen auf seine Führung hoffen und vertrauen. In Jesus Christus finden wir Wegweisung, Schutz, Gerechtigkeit und Heiligung.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 1.Mos. 6,11 [Hoffnung für alle]

Als Gebet heute einige Verse aus Psalm 27:

Der Herr ist mein Licht und mein Heil – vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr beschützt mich vor Gefahr – vor wem sollte ich erschrecken? Wenn böse Menschen kommen, um mich zu vernichten, wenn meine Feinde und Verfolger mich angreifen, dann werden sie stolpern und stürzen. Ein mächtiges Heer umzingelt mich, dennoch fürchte ich mich nicht. Auch wenn sie mich angreifen, bleibe ich voller Zuversicht. Eine einzige Bitte habe ich an den Herrn. Ich sehne mich danach, solange ich lebe, im Haus des Herrn zu sein, um seine Freundlichkeit zu sehen und in seinem Tempel still zu werden. Denn er wird mich aufnehmen, wenn schlechte Zeiten kommen, und mir in seinem Heiligtum Schutz geben. Er wird mich auf einen hohen Berg stellen, wo mich niemand erreichen kann.
Ps. 27,1-5 [Neues Leben Übersetzung]
Amen.
Mittwoch, der 26.03.2025:
Als einer im Elend rief, hörte der HERR und half ihm aus allen seinen Nöten.
📖 Psalm 34,7
„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“
🖋 Matthäus 11,28

💭 Frei von bedrückenden Lasten

Das heutige Losungswort schildert Davids Dankbarkeit, nachdem Gott sein Flehen erhört hatte. Er hatte sich in einer lebensbedrohlichen Situation befunden, doch Gott hatte ihm herausgeholfen. Hier hatte sich ein Mensch in seiner Not an Gott gewandt. Im Lehrtext hingegen wendet sich Gott an uns: Jesus Christus rief die Menschen auf, zu ihm zu kommen. Wer aber wird darauf reagieren? Ich meine, diejenigen, die ihre Lasten spüren und davon frei werden möchten.

Nun setzte Jesus seinen Ruf mit folgenden Worten fort: „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“(1) Er nimmt uns also unser Joch nicht einfach ab, sondern tauscht es mit seinem. Zudem sollen wir von ihm lernen, ebenso sanftmütig und demütig zu sein wie er.

Einige empfinden diesen Aufruf Jesu beschwerlicher als die Lasten, die sie bisher getragen haben. Vor Jahren las ich einmal folgenden Spruch an einer Hauswand: „Wer sich nicht rührt, spürt seine Fesseln nicht.“ Jesus fordert uns auf, uns zu rühren, zu ihm zu kommen und von ihm zu lernen. Wenn wir das tun, spüren wir plötzlich unsere Fesseln. Sanftmut und Demut sind nicht Eigenschaften, die wir einfach einschalten können. Gerade in Konfliktsituationen drängen sich ganz andere Gedanken und Gefühle auf. Doch genau diese Lasten, die sich an uns geheftet haben, will Jesus durch seine Last ersetzen. Diese besteht meiner Ansicht nach darin, ihm zu vertrauen und uns zu ihm zu bekennen, auch wenn wir deswegen vielleicht abgelehnt werden.

In gewissem Sinne befreit uns Jesus Christus von unserer alten Natur und schenkt uns stattdessen seine Natur. David erlebte Gottes Hilfe darin, dass dieser ihn aus einer äußeren Gefahr rettete. Bei Jesus hingegen können wir erleben, dass er uns aus unserer inneren Not befreit. Wollen wir das?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Matt. 11,29-30 [Luther 2017]

Gebet:
Herr Jesus Christus, ich danke dir für jede Gebetserhörung. Am meisten aber danke ich dir, dass du meine Last mit deiner Last tauschst. Du machst mich von innen frei und verwandelst mich in dein Wesen. Was für ein Geschenk – danke, Herr. Amen.
Donnerstag, der 27.03.2025:
Lobet Gott in den Versammlungen.
📖 Psalm 68,27
Sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk.
🖋 Apostelgeschichte 2,46-47

💭 Zurück zum Ursprung

Im heutigen Losungswort wird dazu aufgerufen, gemeinsam Gott zu loben. Im vorausgehenden Vers heißt es sogar: „Die Sänger gehen voran, danach die Spielleute inmitten der Mädchen, die da Pauken schlagen.“(1) Doch wozu der ganze Aufwand? Offensichtlich geht es hier ja nicht um ein Konzert, das jemand hören soll. Worum geht es aber dann?

Ich denke, die eigentliche Frage ist nicht, was wir davon haben, wenn wir Gott loben. Auch nicht, was Gott davon hat. Vielmehr reagieren wir auf ihn. Lobpreis ist im gewissen Sinne ein Echo auf seine Güte, ein Ausdruck unserer Dankbarkeit und Bewunderung. Im Grunde hätte jeder Mensch einen Anlass, Gott zu loben, denn er lässt die Sonne für Böse und Gute aufgehen und sendet Regen für die Gerechten wie für die Ungerechten.(3) Doch nicht in jedem entsteht dieses Echo. Ich kann mir allerdings schwer vorstellen, dass jemand, der in Jesus Christus Vergebung, Erlösung, ewiges Leben und einen direkten Zugang zu Gott gefunden hat, nicht den Drang empfindet, ihn zu loben.

So erging es auch den ersten Christen. Ihre Reaktion auf Gottes Güte wird im Lehrtext beschrieben. Unter anderem, dass sie einmütig waren, sich an verschiedenen Orten trafen und Gott mit allem, was sie taten, lobten. Sie taten es mit einem lauteren Herzen, hatten also keine heimlichen Hintergedanken. So wurden ihre Zusammenkünfte und Gottesdienste authentisch und fanden Beachtung beim ganzen Volk.

Wie ist das bei uns? Leben wir noch in dieser ursprünglichen Freude, dem Drang, Gott zusammen mit unseren Glaubensgeschwistern zu loben? Was tun wir, wenn uns die Musik nicht gefällt? Wenn wir Gott gemeinsam loben wollen, brauchen wir auch eine gemeinsame Form, die nicht unbedingt jedem zusagt. Meiner Erfahrung nach ist es wichtig, immer wieder zum Ursprung unserer Freude und Dankbarkeit zurückzukehren: Jesus Christus.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Ps. 68,26 [Luther 2017] (2) Ps. 150,1-6 (3) Matt. 5,45 [Neues Leben Übersetzung]

Gebet:
Vater im Himmel, heute möchte ich dich darum bitten, in mir die Freude an Jesus Christus neu zu entfachen. Entfache auch neu den Drang, dich mit meinen Glaubensgeschwistern zusammen zu loben. Hilf mir, mich nicht am Stil der Musik oder an anderen Bestandteilen eines Gottesdienstes zu stören. Befreie mich da von inneren Blockaden. Ich will dir von ganzem Herzen danken, dass du mich erlöst hast. Danke, Vater, für Jesus Christus, Amen.
Freitag, der 28.03.2025:
Der HERR Zebaoth wird Jerusalem beschirmen, wie Vögel es tun mit ihren Flügeln, er wird beschirmen und erretten, schonen und befreien.
📖 Jesaja 31,5
Geht hin zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel. Geht aber und predigt und sprecht: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.
🖋 Matthäus 10,6-7

💭 Unter seinen Flügeln

In den heutigen Bibelversen geht es speziell um Israel und Jerusalem. Thematisiert werden sowohl eine äußere als auch eine innere Errettung. Nach außen bedeutete dies Schutz vor Feinden und Befreiung von ihnen. Damit waren die inneren Probleme Israels allerdings nicht gelöst. Immer wieder verfielen sie in Götzendienst sowie Ungerechtigkeit und missachteten Gottes Willen. Umso bedeutsamer ist es, dass Gott sie nicht einfach fallen ließ. So schickte er zahlreiche Propheten, die Israel zur Umkehr aufriefen – wie den Propheten Jesaja, von dem das heutige Losungswort stammt.

Im Lehrtext beauftragte Jesus seine Jünger damit, Israel zu verkündigen, dass das Himmelreich nahe herbeigekommen war. Die Jünger sollten sich ausdrücklich nur an Israeliten wenden, denn es heißt: „Geht nicht den Weg zu den Heiden und zieht nicht in eine Stadt der Samariter, sondern geht hin zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel.“(1) Nicht wenige erhofften sich von Jesus eine äußere Befreiung, als er vom Reich Gottes sprach. Als er diesen Vorstellungen aber nicht entsprach, wandten sich viele wieder von ihm ab. Diejenigen, die bei ihm blieben, begriffen jedoch immer mehr: Gott will eine innere Befreiung schenken.(2) Das Himmelreich, von dem Jesus sprach, besteht nicht in der Verbesserung von schlechten Umständen, sondern in der Erneuerung des inneren Menschen. Diese Möglichkeit sollte zuallererst das Volk des ersten Bundes, also Israel, erhalten.

Doch weil Gott alle Menschen liebt, ließ er die Nachricht vom Himmelreich in die ganze Welt kommen. Dennoch ist seine Verbindung zu Israel ungebrochen. So ruft er bis heute nicht nur in den Nationen, sondern auch in Israel zur Umkehr. Denn egal, woher ein Mensch kommt – alle brauchen diese innere Erneuerung, die Gott durch Jesus Christus schenkt.(3)

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Matt. 10,5-6 [Luther 2017] (2) Joh. 6,68 (3) Joh. 3,3

Gebet:
Vater im Himmel, ich danke dir, dass du deinen Sohn Jesus Christus in diese Welt gesandt hast, um uns zu erretten und zu befreien. Lass mich mehr und mehr erkennen, was das für mein Leben bedeutet. Und segne dein Volk Israel damit, Jesus als den von dir gesandten Messias zu erkennen. Dein Reich komme, Herr, unter uns, in Israel und überall. In Jesu Namen, Amen.
Samstag, der 29.03.2025:
Der HERR ist in seinem heiligen Tempel. Es sei stille vor ihm alle Welt!
📖 Habakuk 2,20
Jesus lehrte und sprach zu ihnen: Steht nicht geschrieben: Mein Haus wird ein Bethaus heißen für alle Völker?
🖋 Markus 11,17

💭 Gott ernst nehmen

Im Kapitel, aus dem das heutige Losungswort stammt, werden die Sünden derjenigen aufgezählt, die Gott nicht ernst nahmen. In diesem Sinnzusammenhang deute ich das Losungswort folgendermaßen: Menschen, die Gott nicht ernst nahmen, sollten wissen, dass er nicht weit weg, sondern ganz nah in seinem heiligen Tempel war. Der, der richten und retten kann, war anwesend. Jeder sollte das erkennen und vor Ehrfurcht schweigen.

Im Lehrtext finden wir eine ähnliche Aussage. Jesus Christus trieb damals die Händler aus dem Tempel. Tat er es, damit die Betenden nicht gestört werden, wenn z.B. Waren durch den Tempel getragen wurden? Ich glaube nicht, dass das der Hauptgrund war. Vielmehr sehe ich in dem Tempel einen Ort, an dem sich Gott und Mensch begegneten. Solch ein Ort ist heilig und verdient es, mit Respekt behandelt zu werden.

Auch heute gibt es Orte und Gebäude, in denen Menschen Gott suchen. Jedoch ist die Begegnung mit ihm nicht mehr an solche Orte gebunden. Jesus sagte einmal: „Es kommt die Zeit, in der es keine Rolle mehr spielt, ob ihr den Vater hier oder in Jerusalem anbetet. … Die Zeit kommt, ja sie ist schon da, in der die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten. Der Vater sucht Menschen, die ihn so anbeten.“(1) Weiterhin erklärte der Apostel Paulus, dass Gottes Tempel nicht mehr ein Gebäude ist. So schrieb er: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“(2) Wenn der Prophet Habakuk also sagt: „Der HERR ist in seinem heiligen Tempel“, so bezieht sich das heute auf die Gemeinde Jesu Christi.

Manchmal frage ich mich, ob uns Christen klar ist, wer wir eigentlich sind. Auf der einen Seite sind die Menschen, die zur Gemeinde Jesu Christi gehören, ganz normale Leute – manchmal einfach, manchmal auch schwierig. Und doch sind wir der Ort, an dem der lebendige Gott den Menschen begegnen will. Nehmen wir das ernst?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) aus Joh. 4,21-23 [Neues Leben Übersetzung] (2) 1.Kor. 3,16 [Luther 2017]

Gebet:
Vater im Himmel, in deinem Wort lesen wir, dass wir der Tempel deines Geistes sind. Dafür will ich dir danken. Es erfüllt mich aber auch mit Ehrfurcht, dass du durch uns – also auch durch mich – anderen Menschen begegnen willst. Hilf mir bitte, dass ich diese hohe Berufung erkenne und ernst nehme. Wirke in mir und durch mich, damit der Name deines Sohnes Jesus geehrt wird. Befreie mich von Störfaktoren, diesen „kleinen Händlern“, die mich meine geistliche Berufung vergessen lassen. Das alles bitte ich im Namen Jesu Christi, Amen.
Sonntag, der 30.03.2025:
Er ist der HERR, unser Gott, er richtet in aller Welt.
📖 Psalm 105,7
Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
🖋 Matthäus 5,10

💭 Recht und Gerechtigkeit

Eine zentrale Botschaft in der Bibel ist, dass Gott den Menschen Ordnungen gibt, nach denen sie handeln sollen. Diese Ordnungen begrenzen Beliebigkeiten und schützen Menschen vor der Macht des Stärkeren. Wo man auch hinkommt, gibt es Ordnungen und Gesetze, die das Miteinander regeln sollen. Wurden sie von Menschen verfasst, besteht die Gefahr, dass sie einseitig das Interesse derer widerspiegeln, die sie verfasst haben. Hingegen verstehe ich Gottes Interesse darin, dass er will, dass wir leben – hier und in Ewigkeit bei und mit ihm.

Mit den Geboten kommt aber auch das Gericht. Im heutigen Losungswort lesen wir, dass sich jeder Mensch einmal vor Gott verantworten muss. Auch wenn jemand Gottes Ordnungen nicht kennt, trägt er sie zum großen Teil schon in sich. So schrieb der Apostel Paulus einmal: „Wenn sogar Menschen, die Gottes geschriebenes Gesetz nicht haben, unbewusst so handeln, wie es das Gesetz vorschreibt, so beweist das, dass sie in ihren Herzen Recht von Unrecht unterscheiden können.“(1) In diesem Sinne kann sich also niemand Gottes Gericht entziehen, ob man nun daran glaubt oder nicht.

Nun ist es ein Kernstück des Evangeliums, dass man nicht in ein Gericht kommt, wenn man an Jesus Christus glaubt. Damit werden aber beispielsweise die Zehn Gebote nicht ungültig.(2) Vielmehr nahm Jesus selbst das Gericht Gottes an unserer statt auf sich. Obwohl wir also schuldig geworden sind, spricht Gott uns in Christus Gerechtigkeit zu.

Genau wegen dieser Botschaft werden Christen bis zum heutigen Tag verfolgt. Doch gerade ihnen verspricht Jesus im Lehrtext das Himmelreich. Die Gründe für Verfolgung sind vielschichtig. Zum Teil glaube ich, viele Menschen wollen nicht wahrhaben, dass sie Vergebung und Erlösung brauchen. Andere fühlen sich in ihrer selbst gemachten Gerechtigkeit angegriffen. Was es auch sei – wichtig ist, dass wir uns nicht von Jesus Christus abbringen lassen. Er öffnet uns das Himmelreich.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Röm. 2,14 [Neues Leben Übersetzung] (2) Matt. 5,17-20

Als Gebet heute zwei Strophen aus dem Kirchenlied „Christi Blut und Gerechtigkeit“ von Nikolaus Ludwig von Zinzendorf

Christi Blut und Gerechtigkeit,
das ist mein Schmuck und Ehrenkleid,
damit will ich vor Gott bestehn,
wenn ich zum Himmel werd eingehn.

Gelobet seist du, Jesu Christ,
dass du ein Mensch geboren bist
und hast für mich und alle Welt
bezahlt ein ewig Lösegeld!

Amen
Montag, der 31.03.2025:
Alle deine Geschöpfe sollen dich preisen, HERR, alle, die zu dir gehören, sollen dir danken!
📖 Psalm 145,10
Mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen.
🖋 Kolosser 3,16

💭 Danke sagen

Vermutlich haben viele von uns als Kinder gelernt, dass es höflich ist, sich zu bedanken. „Wie sagt man?“, hören Kinder auch noch heutzutage. Nun geht es in den heutigen Bibelversen ebenfalls um Dankbarkeit, und zwar um Dankbarkeit gegenüber Gott. „Alle, die zu dir gehören, sollen dir danken“, heißt es im Losungswort. Damit sind jedoch keine halbherzigen Lippenbekenntnisse oder fromme Höflichkeitsfloskeln gemeint. Vielmehr geht es um Dank und Lobpreis aus tiefstem Herzen.

Nehmen wir noch einmal das Bild eines Kindes, das von seinen Eltern gemahnt wird, sich zu bedanken. Ob das Kind wirklich dankbar ist, spielt dabei eine zweitrangige Rolle. Ebenso ist die Beziehung zu der Person, bei dem es sich bedanken soll, mehr oder weniger wichtig. Das Kind soll einfach lernen, höflich zu sein und danke zu sagen. Die heutigen Bibelworte gehen jedoch weit über so etwas hinaus. Unsere Dankbarkeit Gott gegenüber wurzelt darin, dass wir seine Geschöpfe sind und er sich um uns kümmert. In dem Psalm, aus dem das Losungswort stammt, beschreibt David, der Verfasser, wie verlässlich und liebevoll Gott ist.(1) Wenn wir dies in unserer persönlichen Beziehung zu ihm hautnah erleben, ist unser Dank kein Pflichtprogramm mehr, sondern wird zur Kür, in die wir unser Bestes hineinpacken.

Wie Dank und Lobpreis aussehen können, beschreibt der Apostel Paulus im Lehrtext. Auch hier geht es nicht um etwas Äußeres: „… singt Gott dankbar in euren Herzen.“ Oft sind wir so fixiert auf den ersten Teil: Psalmen, Lobgesänge und geistliche Lieder. Doch das geistlichste Lied bleibt eine leere Hülse, wenn das Herz nicht mitschwingt. Klingt in unserem Herzen jedoch ein Lied zur Ehre Gottes, so erfüllt es unser ganzes Sein mit großer Freude und Dankbarkeit. Gottes Gegenwart ist uns dann bewusst und die Worte zum Lobpreis entstehen fast von alleine. Ob laut oder leise, die Dankbarkeit fließt dann einfach aus uns heraus – hin zu Gott.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Ps. 145,14-20

Gebet:
Vater im Himmel, ich danke dir, dass ich dein Kind sein darf. Ebenso danke ich dir für deinen Sohn, Jesus Christus, der uns erlöst hat, und für den Heiligen Geist, der uns tröstet und leitet. Danke auch für dein Wort, die Bibel. Öffne mir die Augen für all das Gute, das du in meinem Leben tust und schon getan hast. Ich will dich loben und lieben von ganzem Herzen. In Jesu Namen, Amen.
Dienstag, der 01.04.2025:
Der HERR schafft Recht den Unterdrückten, den Hungrigen gibt er Brot.
📖 Psalm 146,7
Der aber Samen gibt dem Sämann und Brot zur Speise, der wird auch euch Samen geben und ihn mehren und wachsen lassen die Früchte eurer Gerechtigkeit.
🖋 2. Korinther 9,10

💭 Früchte der Gerechtigkeit

Heute möchte ich einmal vom Lehrtext ausgehen. Hintergrund war ein Spendenaufruf des Apostels Paulus aufgrund der Not der Gemeinde in Jerusalem. Er sah die Geldgabe als einen geistlichen Akt. Deshalb verband er diese Gabe mit zwei geistlichen Prinzipien. Das erste lautet: Denkt daran: Wer wenig sät, wird auch wenig ernten. Und wer reichlich sät, wird reichlich ernten.(1) Das zweite betrifft die Freiwilligkeit: Jeder soll für sich selbst entscheiden, wie viel er geben möchte, und soll den Betrag dann ohne Bedauern und ohne Widerstreben spenden. Gott liebt den, der fröhlich gibt.(2)

Diese praktische Hilfeleistung hat laut Lehrtext wiederum zwei Auswirkungen, die von Gott kommen. Erstens: Gott wird die Lücke füllen, die durch die Spende entstanden ist. Und zweitens: Er wird die Früchte der Gerechtigkeit in uns wachsen lassen. Das bedeutet nach meinem Verständnis, dass das Wesen Jesu Christi in uns immer mehr Gestalt gewinnt, wir uns furchtlos zu ihm bekennen und ein Segen für andere sind.

Die Entscheidung, etwas von uns wegzugeben – sei es Geld, Zeit oder auch Kraft –, ist letztlich eine Glaubensfrage. Glauben wir dem Gedanken: „Was du weggibst, wird dir fehlen“, so werden wir nur dann etwas fröhlich geben, wenn es aus dem Überfluss kommt. Doch selbst das kann man zurückhalten, wenn man geizig ist. Glauben wir aber, dass alles, was wir besitzen, ein von Gott anvertrautes Gut ist, gilt Folgendes: Wenn wir mit unserem Gut das tun, wozu es uns anvertraut wurde, wird Gott uns gewiss mehr anvertrauen. Gebrauchen wir es aber nur für uns, wird er uns dann noch mehr geben? Diese zweite Glaubensüberzeugung rechnet mit Gott und sieht sich in der Verantwortung vor ihm.

In diesem Licht können wir das heutige Losungswort auch so verstehen: „Der HERR schafft durch uns Recht den Unterdrückten, den Hungrigen gibt er durch uns Brot.“

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 2.Kor. 9,6 [Neue Genfer Übersetzung] (2) 2.Kor. 9,7 [Neue Genfer Übersetzung]

Gebet:
Vater im Himmel, du hast mir so viel anvertraut. Zeige mir bitte, wie ich deine Gaben verwenden kann, welche Zeit ich für dein Reich einsetzen und wo ich meine Kraft investieren soll. All diese Gaben kommen von dir und sollen zu dir und zu deiner Ehre zurückfließen. Das bitte ich in Jesu Namen, Amen.
Mittwoch, der 02.04.2025:
Ein Sohn soll seinen Vater ehren. Bin ich nun Vater, wo ist meine Ehre?, spricht der HERR.
📖 Maleachi 1,6
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes.
🖋 2. Korinther 1,3

💭 Eine neue Identität

Sowohl im heutigen Losungswort als auch im Lehrtext geht es um Gott als Vater. Allerdings ist der jeweilige Hintergrund verschieden. Im Losungswort nennen die Priester Gott ihren Vater, handeln aber nicht dementsprechend. Außerdem nennen sie Gott ihren Herrn, fürchten ihn aber nicht. Es geht im Losungswort also darum, dass Wort und Tat auch übereinstimmen sollten. Auch heute ehren manchmal Menschen Gott mit Worten und Liedern, suchen aber nicht seinen Willen in der Bibel und im Gebet.

Im Lehrtext hingegen geht es um die Vaterschaft Gottes. Er ist der Vater Jesu Christi. Deshalb verkörpert Jesus auch die Eigenschaften Gottes, nämlich Barmherzigkeit und Trost. Wie Jesus mit den Menschen umgegangen ist, so geht Gott mit uns um. Das ist eine große Hilfe, um zu verstehen, wie er wirklich ist. Ich halte mich da immer an die Worte Jesu, der sagte: „Wer mich sieht, der sieht den Vater.“(1)

Nun dürfen auch wir Christen Gott unseren Vater nennen. Gemeint ist eine echte Vaterschaft, nicht nur eine Anrede. Was aber bedeutet das für unser Leben? Erst einmal bedeutet es, dass wir eine neue Identität bekommen. Jesus Christus sagte einmal: „Auch sollt ihr niemand hier auf der Erde ‚Vater‘ nennen, denn nur einer ist euer Vater, der Vater im Himmel.“(2) Das klingt ja etwas merkwürdig. Sollen wir zu unserem leiblichen Vater nicht mehr „Vater“ oder „Papa“ sagen? Meines Erachtens bezog sich Jesus darauf, dass die Schriftgelehrten und Pharisäer sich gern als „Meister“ oder „Vater“ anreden ließen. Grundsätzlich geht es aber um unsere neue Identität. Jesus macht uns bewusst, dass wir in Christus eine göttliche Natur bekommen haben.(3) Wenn wir aber wissen, wer wir sind, wissen wir für gewöhnlich auch, wie wir in vielen alltäglichen Situationen handeln sollten. Unser Vater im Himmel ist barmherzig und voller Trost – also sind wir es auch, denn wir sind seine Kinder.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Joh. 14,9b [Luther 2017] (2) Matt. 23,9 [Neue Genfer Übersetzung] (3) 2.Petr. 1,4

Gebet:
Vater im Himmel, ich danke dir, dass wir deine Kinder sein dürfen. Deine Klarheit, Güte, Barmherzigkeit und Heiligkeit ist nun auch ein Teil von uns geworden. Hilf uns, dass wir verstehen, wer wir sind, und hilf mir, mich so zu verhalten, wie es dir entspricht. Ich danke dir dafür, Amen.
Donnerstag, der 03.04.2025:
Mein Volk tut eine zwiefache Sünde: Mich, die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig sind und das Wasser nicht halten.
📖 Jeremia 2,13
Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.
🖋 Johannes 4,14

💭 Die lebendige Quelle

Das heutige Losungswort stammt aus einem ernsten Reden Gottes zum Volk Israel. Er erinnerte sie an die Zeiten, als sie ganz eng mit ihm verbunden lebten. Doch dann entfernten sie sich immer mehr, indem sie ihn verließen, um andere Götter anzubeten. Diesen häufig wiederkehrenden Treuebruch nennt Gott im Losungswort „eine zwiefache Sünde“, da sie ihn nicht nur verlassen, sondern auch durch Götzen ersetzt hatten. Anstatt von seinem lebendigen Wasser zu trinken, wollten sie sich nach eigenem Gutdünken versorgen – jedoch ohne Erfolg. Gerieten sie dann allerdings in Not, sollte Gott ihnen helfen, der sie darauf fragte: „Wo sind denn deine Götter, die du dir gemacht hast? Lass sie aufstehen; lass sehen, ob sie dir helfen können in deiner Not!“(1)

Dieser Bericht aus dem Buch Jesaja zeigt auf, dass es Gott nicht egal ist, wie seine Kinder leben. Das gilt sowohl für das Volk des ersten Bundes, Israel, als auch für alle, die durch Jesus Christus zu ihm gehören. Wie sehr Gott darum ringt, dass Menschen den Unterschied zwischen seinem lebendigen Wasser und löchrigen Ersatzlösungen erkennen können, kann man im Umfeld des Lehrtextes sehen: In einem Gespräch mit einer Frau hatte Jesus diese auf die Baustellen und Brüche in ihrem Leben angesprochen.(2)

Diese Begegnung zwischen Jesus und der Samaritanerin finde ich immer wieder beispielhaft. Einerseits findet ein tiefes geistliches Gespräch statt. Gleichzeitig wird Jesus ganz lebenspraktisch. Und dann kommt das Angebot, von seinem Wasser zu nehmen – eine Einladung zu einem überfließenden Leben. Dieses Wasser fließt aber nicht irgendwo, sondern kommt von ihm: „Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe …“ Diese Einladung gilt auch uns. Wollen wir?

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Jer. 2,28 [Luther 2017] (2) Joh. 4,16-18

Gebet:
Danke, Herr Jesus, dass du gekommen bist und uns zu einem überfließenden Leben einlädst. Danke auch dafür, dass du uns mit der Wahrheit – auch über uns selbst – konfrontierst. Und danke dafür, dass du uns nicht verdammst, sondern erlöst. Hilf mir, immer nah an dir zu bleiben und mit dir zu leben. Amen.
Freitag, der 04.04.2025:
Er wird sich unser wieder erbarmen und alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen.
📖 Micha 7,19
Wenn wir unsere Schuld eingestehen, ist Gott treu und gerecht: Er vergibt uns die Schuld und reinigt uns von allem Unrecht, das wir begangen haben.
🖋 1. Johannes 1,9

💭 Erkennen und bekennen

Das heutige Losungswort spricht davon, dass Gott Sünde und Schuld bildlich gesprochen „auf ewig versenken“ will. Im Lehrtext wiederum geht es zusätzlich darum, was der Vergebung Gottes vorausgeht – nämlich das Erkennen und Bekennen der eigenen Schuld und Sünde. Darauf möchte ich heute näher eingehen.

Oft sieht man die Schuld der anderen wesentlich schneller als die eigene. Für die einen steht beispielsweise fest, wer Schuld an der Invasion in der Ukraine hat – nämlich Russland. Andere sehen das genau umgekehrt. Ähnliches beobachten wir in Bezug auf den Angriff der Hamas auf Israel. Verschiedene Gruppen in dieser Welt betrachten die Schuldfrage oft komplett gegensätzlich. Damit rückt Vergebung in weite Ferne, die Kriegsgefahr dagegen in unmittelbare Nähe.

Was wir im Großen erleben, geschieht auch im Kleinen, z.B. bei einem Nachbarschaftsstreit, bei Streit in der Familie oder am Arbeitsplatz. Schuld ist zunächst immer der andere. Nun lesen wir, dass Gott vergeben und uns von allem Unrecht reinigen will. Durch das Opfer Jesu Christi hat er alle Voraussetzungen dafür geschaffen. Menschlich gesehen möchten wir aber oft, dass vor allem die gegnerische Seite ihre Schuld erkennt und eingesteht. Jesus Christus allerdings lehrt uns Folgendes: Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir denen vergeben haben, die an uns schuldig wurden.(1) Mit dieser Bitte aus dem Vaterunser bekennen wir, dass wir genauso Vergebung benötigen wie unsere Gegner, selbst dann, wenn wir uns in einem speziellen Konflikt nichts zuschulden kommen lassen haben. Wie viel mehr aber, wenn auch wir Schuld auf uns geladen haben.

So fordert Jesus uns auf, zu vergeben, weil auch wir grundsätzlich Vergebung brauchen. Wie ich es sehe, führt nur dieser Weg zu einer Versöhnung zwischen Gott und uns, und ebenso untereinander. Sind wir bereit, ihn zu gehen?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Matt. 6,12 [Neue Genfer Übersetzung]

Als Gebet heute eine Strophe aus dem Kirchenlied: „Mir ist Erbarmung widerfahren“

Mir ist Erbarmung widerfahren,
Erbarmung, deren ich nicht wert;
das zähl ich zu dem Wunderbaren,
mein stolzes Herz hat’s nie begehrt.
Nun weiß ich das und bin erfreut
und rühme die Barmherzigkeit.
Text: Philipp Friedrich Hiller (*1699 1769)