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Nietzscheaner-Zentrale. Effortposts.
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Ich habe mir gestern wieder einmal Stellen-Anzeigen durchgelesen, für den Fall, dass ich in Zukunft wieder Arbeitnehmer werden will:

Alle werben sie damit, dass man bei ihnen Tätigkeiten verrichten werde, die "relevant" sind und "die Gesellschaft voranbringen". Alles Lügen und die kauft ihnen auch keiner mehr ab. Sie wären attraktiver, würden sie stattdessen einfach direkt mit dem Gehalt oder irgendeiner anderen handfesten Bedingung werben, z.B. 36h-Woche, statt 40h - oder 100% Homeoffice. Tun viele, aber erst an fünfter Stelle oder so.

Zoomer interessiert der "Lebenssinn" durch die Arbeit nicht mehr. Das war ein Millennial-Phänomen, das so lange funktionierte, wie man sich primär im realen Leben getroffen hat, statt übers Internet. Jetzt, wo es umgekehrt ist, kommt es vor allem auf die Persönlichkeit an und nicht mehr auf den Beruf. Denn die kann man nicht faken.
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Gibt es "intergenerationelles Trauma" überhaupt? Immer wenn ich etwas von zu brechenden Kreisläufen lese, entsichere ich meinen Browning.

Solches "Trauma" zu überwinden, läuft doch im konkreten immer darauf hinaus, jemanden von seiner Herkunft abzuschneiden. Es besteht für mich kein Zweifel daran, dass die adligen Zucht-Tugenden modernen Psychologen als "traumatisch" gelten würden. Das, was einen auszeichnet, macht ihn zugleich unmenschlicher, denn er hat es ja vor allen anderen Menschen. "Menschlich werden", das "Trauma ablegen", bedeutet, gewöhnlich zu werden.

Eine gute, rechte Geschichte hingegen zeigt einen Held, der mit dem "Trauma" ringt, das seine Eltern ihm auferlegt haben. Aber am Ende der Handlung begreift er dessen Sinnhaftigkeit und bejaht den großen Kreislauf, statt ihn zu "durchbrechen". Das ist seine eigentliche Katharsis: Die Reinigung von utopistischen Affekten. Das ist amor fati.
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Warum Herr der Ringe LINKS ist:

- Es gibt eine Gut-Böse-Dichotomie. Die ist von Anfang an eine totale Wahrheit. Das hat Tolkien selbstverständlich aus dem Christentum, das die wirkliche, europäische Psychologie damit sabotierte. Vor dem Christentum urteilte in Europa niemand in gut und böse, sondern in gut und schlecht.

- Es setzt einen allmächtigen Schöpfer-Gott (Eru Iluvatar) voraus, der eigentlich sämtliche Vorkommnisse völlig trivialisiert, wenn man ihn sich in das Gedächtnis ruft. Ein Elbe stirbt? Egal, der geht in die Hallen des Mandos ein, wo er eh wiedergeboren wird. Ein Mensch stirbt? Egal, der steht pünktlich zur zweiten Melodie der Ainur wieder auf. Sauron hat eine Burg eingenommen? Egal, am Ende verliert er ja eh. Alles Teil des göttlichen Plans.

- Melkor ist der Satan bei Tolkien. Bevor die Welt geschaffen wird, rebelliert er gegen Gott, weil er selbst schöpferisch tätig werden will, was Gott natürlich gar nicht gefällt. Deshalb sagt er Melkor, dass dieser sowieso nichts machen könne, was nicht Teil von Gottes Plan sei. Warum hat er ihn dann überhaupt geschaffen und mit Ehrgeiz gefüllt? Scheinbar ist auch dieser Gott einer, der seine Subjekte gerne foltert - und das soll verehrenswert sein.

- Damit sind nun eigentlich Melkor und seine Anhänger, Sauron z.B., die eigentlich europäischen Gestalten in diesem Universum. Denn sie sind ja die "römischen Soldaten beim Ausbruch des Vesuv", die trotz des Wissens um ihren Untergang weiterkämpfen. Der Rest sind nur willenlose Marionetten Gottes - auf den ersten Blick ganz ansehnlich, werden aber mit der Zeit langweilig, wie ein Gemälde, auf das man starrt.

- Tolkiens Geschichte hat es nötig, Gefahr und Bedrängnis vorzugaukeln, obwohl es eigentlich um gar nichts geht. Tolkien ist ein Heuchler, der sich selbst widerspricht: Wäre das Gute in seiner Welt endgültig siegreich, wäre es die langweiligste Sache überhaupt. Tolkien kann also nur pervertieren, statt reproduzieren/schaffen: Er zehrt vom Bestand des "Bösen". Witzig, dass er das in Chuzpe-Manier umdreht und von seinen eigenen Bösen behauptet.

- Hobbits sind kleinwüchsige Hippies. Gerade die macht Tolkien zu seinen Hauptfiguren. Er glaubte damit wohl, seine Geschichte besonders interessant zu machen. Stattdessen machte er sie zur Farce: Er muss seinen Hobbits lauter Plot-Armor und glückliche Zufälle zugestehen, damit sie sich von ihrer Herkunft emanzipieren können (dies ein linkes Motiv) und ihr Ziel erreichen können.

- Kurz vor Ende korrumpiert der Ring sie dann doch - Tolkien muss ja mit dem katholischen Menschenbild konformgehen - aber glücklicherweise werden sie durch ein Deus Ex Machina gerettet, durch eine "Eukatastrophe". Das verrät den ganzen feigen Optimismus, der dieser Welt zugrunde liegt.

Deshalb: Nieder mit Tolkien und katholisch-romantischer Folklore. Es ist Wüstengeist-Literatur für alte Säcke. Der Europäer atmet den tragischen Geist. Alles fließt, alles ist Feuer, Kampf ist der Vater aller Dinge.
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🖋 WIDER DAS TECHNOKRATISCHE DENKEN
Ein Rundumschlag. Gastartikel von Alcibiades.
https://rechtefragmente.substack.com/p/wider-das-technokratische-denken
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