Deutsche Dichter und Denker
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Der Denker sagt das Sein,
der Dichter das Heilige!

Bilder, Gedichte und Sprüche in diesem Kanal verstehen sich als Nachahmung ohne Beurteilung.
Sie sind mit nötigem Ernst oder Spott zu genießen!

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Ich glaube, man muß in sozialen Dingen von einem absoluten Rechtsgrundsatz ausgehen, die Bildung eines neuen geistigen Lebens im Volke suchen und die abgelebte moderne Gesellschaft zum Teufel gehen lassen!

-Georg Büchner, 1813 – 1837-
@DeutscheDD
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Friggatag (Frau Holle)
oder die Mär der Heiligen 3 Könige

Nun ist die Weihnachtszeit vorüber,
die Rauhnächte haben ihren letzten Tag,
die junge Sonne ist nun kräftiger - gegenüber
der Winter-Sonnenwend' Geburtstag.

Am 06. Hartung
endet die heil'ge Zeit,
tiefer Kraftquell jeder artigen Sippe, Frigga, Freya und Hel in Dreieinigkeit und ein frohes Lied auf Frau Holle's Lippe.

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Stirb, Sein und Werde.
Geheimnis Mutter Natur's Vernunft und ewig erneuert sich die Erde.

-René Landmann-
@DeutscheDD
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Und wieder ob den Landen
Lag jüngst ein schwerer Bann:
Da ist ein Mann erstanden,
Ein ganzer, deutscher Mann;
Ein Deutscher und ein Freier,
Wer hätte das gedacht?
Daß selbst die deutsche Leier
Aus ihrem Schlaf erwacht!

--Georg Friedrich Rudolf Theodor Andreas Herwegh, 1817-1875-
@DeutscheDD
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Tischsprüche
@DeutscheDD
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Bet′ und arbeit′! ruft die Welt,
bete kurz! denn Zeit ist Geld.
An die Türe pocht die Not -
bete kurz! denn Zeit ist Brot.

Und du ackerst und du säst,
und du nietest und du nähst,
und du hämmerst und du spinnst -
sag′ o Volk, was du gewinnst!

Wirkst am Webstuhl Tag und Nacht,
schürfst im Erz- und Kohlenschacht,
füllst des Überflusses Horn,
füllst es hoch mit Wein und Korn.

Doch wo ist dein Mahl bereit?
Doch wo ist dein Feierkleid?
Doch wo ist dein warmer Herd?
Doch wo ist dein scharfes Schwert?

Alles ist dein Werk! o sprich,
alles, aber nichts für dich!
Und von allem nur allein,
die du schmied′st die Kette dein?

Kette, die den Leib umstrickt,
die dem Geist die Flügel knickt,
die am Fuß des Kindes schon
klirrt - o Volk, das ist dein Lohn.

Was ihr hebt ans Sonnenlicht,
Schätze sind es für den Wicht;
was ihr webt, es ist der Fluch
für euch selbst - ins bunte Tuch.

Was ihr baut, kein schützend Dach
hat′s für euch und kein Gemach;
was ihr kleidet und beschuht,
tritt auf euch voll Übermut.

Menschenbienen, die Natur
gab sie euch den Honig nur?
Seht die Drohnen um euch her!
Habt ihr keinen Stachel mehr?

Mann der Arbeit, aufgewacht!
Und erkenne deine Macht!
Alle Räder stehen still,
wenn dein starker Arm es will.

Deiner Dränger Schar erblaßt,
wenn du, müde deiner Last,
in die Ecke lehnst den Pflug,
wenn du rufst: Es ist genug!

Brecht das Doppeljoch entzwei!
Brecht die Not der Sklaverei!
Brecht die Sklaverei der Not!
Brot ist Freiheit, Freiheit Brot!

-Georg Friedrich Rudolf Theodor Andreas Herwegh, 1817-1875-
@DeutscheDD
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Der Bauer ist die erhaltende Macht im deutschen Volke:
So suche man denn auch, sich diese mit aller Macht zu erhalten!

-Wilhelm Heinrich von Riehl, 1823 – 1897-
@DeutscheDD
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Die Verheißung eines Lebens auch hienieden über die Dauer des Lebens hienieden hinaus, – allein diese ist es, die bis zum Tode fürs Vaterland begeistern kann!

-Johann Gottlieb Fichte, 1762 – 1814-
@DeutscheDD
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Der Baum

Am Wassergraben, im Wiesenland
Steht ein Eichbaum, alt und zerrissen,
Vom Blitze hohl, und vom Sturm zerrissen.
Nesseln und Dorn umstehn ihn in schwarzer Wand.

Ein Wetter zieht sich gen Abend zusammen.
In die Schwüle ragt er hinauf, blau, vom Wind nicht gerührt.
Von der leeren Blitze Gekränz umschnürt,
Die lautlos über den Himmel flammen.

Ihn umflattert der Schwalben niedriger Schwarm.
Und die Fledermäuse huschenden Flugs,
Um den kahlen Ast, der zuhöchst entwuchs
Blitzverbrannt seinem Haupt, eines Galgens Arm.

Woran denkst du, Baum, in der Wetterstunde
Am Rande der Nacht? An der Schnitter Gered,
In der Mittagsrast, wenn der Krug umgeht,
Und die Sensen im Grase ruhn in der Runde?

Oder denkst du daran, wie in alter Zeit
Einen Mann sie in deine Krone gehenkt,
Wie, den Strick um den Hals, er die Beine verrenkt,
Und die Zunge blau hing aus dem Maule breit?

Wie er da Jahre hing, und den Winter trug,
In dem eisigen Winde tanzte zum Spaß,
Und wie ein Glockenklöppel, den Rost zerfraß,
An den zinnernen Himmel schlug!

-Georg Heym, 1887 – 1912-
@DeutscheDD
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Der ist wahrhaft tot, der durch freiwilligen Verzicht auf Fortpflanzung die Lebenskette seiner Ahnen abreißen und seine Sippe sterben läßt.
Wer sich an diesem gottgewollten Gesetz vergeht, begeht eine Todsünde!

-Willi Börger, 1896-1962-
@DeutscheDD
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Weh, wenn sich in dem Schoß der Städte
Der Feuerzunder still gehäuft,
Das Volk, zerreißend seine Kette,
Zur Eigenhilfe schrecklich greift!
⚔️

-Friedrich von Schiller, 1759 – 1805-
@DeutscheDD
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Die Statthalter Gottes mochten es noch so arg treiben, den dummen Menschen gingen die Augen nicht auf.
Fürsten und Völker ließen sich von den Päpsten das Fell über die Ohren ziehen und küßten dafür den Tyrannen noch immer demütig den Pantoffel!

-Otto von Corvin-Wiersbitzki, 1812 – 1886-
@DeutscheDD
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Von den vielen hundert Büchern, die wir im Leben gelesen haben, reut uns selten eins.
Aber wie viele reuen uns, die wir nicht lasen, damals, wo das Leben noch unendlich lang vor uns lag, und die Zeit so billig war wie die Semmeln!

-Josef Hofmiller, 1872 – 1933-
@DeutscheDD
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Tischsprüche
@DeutscheDD
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Alles still!

Alles still! Es tanzt den Reigen
Mondenstrahl in Wald und Flur,
Und darüber thront das Schweigen
Und der Winterhimmel nur.

Alles still! Vergeblich lauschet
Man der Krähe heisrem Schrei.
Keiner Fichte Wipfel rauschet,
Und kein Bächlein summt vorbei.

Alles still! Die Dorfeshütten
Sind wie Gräber anzusehn,
Die, von Schnee bedeckt, inmitten
Eines weiten Friedhofs stehn.

Alles still! Nichts hör ich klopfen
Als mein Herze durch die Nacht -
Heiße Tränen niedertropfen
Auf die kalte Winterpracht!

-Theodor Fontane-
@DeutscheDD
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Für die Welt der Gedanken am Abend…

Drei Fragen

Sag, wer du bist! Denk aber vorher nach!
„Ein Mensch bin ich“, antwortest du erhaben.
Ein Mensch? Sonst nichts? Und dennoch, dennoch sprach
Aus dir der Stolz auf dich und deine Gaben.
Dies letzte Wort berichtet ganz bestimmt
Nicht von Verdiensten sondern von Geschenken,
Und wer sein ganzes „Sein“ als Gabe nimmt,
Der hat wohl Grund, bescheidener zu denken.
Und trotzdem meine ich: Bloß Mensch ist mir zu klein;
Ich will weit mehr, ich will viel Größres sein.

Sag, wo du bist! Du siehst erstaunt mich an
Und sprichst nichts weiter, als „doch hier auf Erden!“
Wer sich nicht geistig von ihr trennen kann,
Dem wird dies „Wo“ niemals begreiflich werden.
Du bist nicht hier, auch noch nicht wieder dort;
Dein „Wo“ liegt dir entrückt, ist nicht zu fassen.
Dir fehlt der Halt, der feste, sichre Ort;
Es gab ihn wohl, doch hast du ihn verlassen.
Du hängst arachnengleich im eigenen Gespinnst,
Und deine Welt ist, was du dir ersinnst.

Sag, wie du bist! Natürlich bist du gut –
Die Fehler sind für Andre nur vorhanden!
Die deinen aber auch: Sei auf der Hut
Vor Leuten, die vielleicht dich anders fanden!
Es ist nur Einer gut, nur er allein.
Wer darf an Reinheit sich mit ihm vergleichen?
Und willst du so, wie er es fordert, sein,
So kannst du es auch nur durch ihn erreichen.
Zerreiß dein Spinnennetz, und werde dir doch klar,
Daß jeder Faden nur ein Irrthum war!

-Karl May, 1842–1912-
@DeutscheDD
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Politiker
sind nicht an Weisungen gebunden,
höchstens an Überweisungen.

-Graf Fito-
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Man kann sich heute nicht in Gesellschaft um Deutschland bemühen; man muß es einsam tun wie ein Mensch, der mit seinem Buschmesser im Urwald Bresche schlägt und den nur die Hoffnung erhält, daß irgendwo im Dickicht andere an der gleichen Arbeit sind.

-Ernst Jünger, "Das Abenteuerliche Herz"-
@DeutscheDD
Bild: aus dem Film "Onoda" über Leutnant Onoda Hirō, 小野田 寛郎
19.03.1922-16.01.2014
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Kennst du das Leben?

Kennst du das Leben? Ich glaube, du hast es nie gesehn.
Du lebst in den Sielen;
Du bist wie die vielen.
Die oft danach schielen
Und die doch immer daran vorübergehn.

Das Leben ist bunt wie ein schillernder, dürstender Schmetterling,
Der aus Blütenwogen
Sich Zucker gesogen,
Der im Lichte geflogen
Und lange an den köstlichen Kelchen hing.

Das Leben ist weich wie ein leise spielender Morgenwind,
Wie ein zartes Wehen
Aus strahlenden Höhen,
Wer`s nie gesehen,
Der weiß es nicht, was duftende Rosen sind.

Das Leben ist roh; es kümmert sich um den Menschen nicht.
Es läßt ihn verrecken
An Straßenecken,
An Zäunen und Hecken;
Es geht vorüber mit eisigem Angesicht.

Das Leben ist groß, ist ungeheuer groß und rein;
Es hebt zu den Göttern,
Es kann zerschmettern,
In goldenen Lettern,
Trägt es die Großen in die Geschichte ein.

Das Leben ist voll Schönheit, Roheit und Hinterlist,
Voll harter Stöße,
Von schmutziger Blöße,
Von unendlicher Größe,
Das Leben ist immer so, wie du selber bist!

-Bogislav von Selchow, 1877 - 6. Februar 1943-
@DeutscheDD
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Was Wirklichkeit dir immer für goldene Kränze flicht,
mein Volk, der Ideale Bilder stürze nicht!
Steht ihre Tempel offen, du walle noch dahin,
in ihrer Sternglut bade sich ewig jung der deutsche Sinn!

-Robert Hamerling, 1830 – 1889-
@DeutscheDD
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Einen Felsen, der mir im Wege steht, umgehe ich so lange, bis ich Pulver genug habe, ihn zu sprengen;
die Gesetze eines Despoten umgehe ich, bis ich Kraft gesammelt habe, sie zu stürzen!

-Max Stirner, 1806 – 1856-
@DeutscheDD
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